Gemeindeportrait

Am Ostufer des Neusiedler Sees in einer Seehöhe von 133 Metern eingebettet vor dem sanften Südhang der Parndorfer Platte liegt inmitten eines ausgedehnten Weinbaugebietes die Marktgemeinde Gols und ist Mittelpunkt und Herz der Weinbauregion „Neusiedler See – Seewinkel“. Seit Jahrhunderten Zentrum der Regionalen Weinkultur, vermittelt Gols auch noch heute den typischen Charme eines
nordburgenländischen Winzerorts.

In der bedeutendsten Weinbaugemeinde Österreichs wird dem Wein sowohl wirtschaftlich, als auch gesellschaftlich ein hoher Stellenwert beigemessen. Fast die Hälfte des 4223 ha großen Gemeindegebietes ist mit Weinreben bepflanzt und an die 400 Weinbaubetriebe im Haupt-  und Nebenerwerb keltern hervorragende Weine. Im Weinkulturhaus, der zentralen Anlaufstelle für Weininteressierte findet man nicht nur viele dieser vorzüglichen Golser Weine sondern auch Tourismusinformation und kulturelle Ausstellungen und Veranstaltungen.

Gols ist eine moderne Gemeinde mit einem regen Dorfleben. Jede Jahreszeit hat auch in Gols ihre Reize. Wenn man in oder um Gols auf Erkundungstour geht, findet man immer wieder eine schöne Stimmung oder ein neues Bild. Viele Vereine, interessante Veranstaltungen und die Herzlichkeit der Bewohner lassen Gäste zu Freunden werden, die immer wieder gerne dieses schöne Fleckchen Erde besuchen. „Fast alle Wege führen nach Gols.“ Über den Zubringer Gols/Weiden von der Autobahn A4 oder über die Autobahn in knapp 40 Minuten aus Wien oder 35 Minuten  vom Flughafen Wien Schwechat. Über die Bundesstraße B 51 mit PKW oder Linienbus, die Raab Ödenburg Ebenfurter Eisenbahn von Neusiedl am See her, oder von Ungarn her kommend.

Marktgemeinde Gols

Höhe: 130 m üA
Einwohner: ca. 3.900
Fläche: 42,19km² (davon fast 50% Weinbau)
400 Weinbaubetriebe
Bürgermeister: Hans Schrammel

Geschichte

Der Ortsname:

Gols wurde urkundlich erstmals im Jahre 1217 in einer Schenkungsurkunde von Andreas II. erwähnt. Darin heißt es unter anderem wörtlich „… vila Golus iuxta lacum Ferthev …“
(… das Dorf Gols beim Neusiedler See).
In anderen ungarischen Urkunden kommt der Name „Terra Galus“ erstmalig 1318 vor. Später scheint er noch häufiger in verschiedenen Abänderungen auf:
1478 Galos     1485 Galus     1579 Gols     1674 Glsz und Galosium
Der Ortsname unserer Gemeinde könnte einerseits vom Namen des Oberhauptes der ungarisch-bissenischen Ansiedler, genannt Gal, abgeleitet worden sein oder andererseits vom Heiligen Gallus über die sprichwörtliche Winzerregel: „Zu Gallus lest alles!“, da der Weinbau seinen Ursprung  in Gols genommen haben dürfte.

Kirche und Religion:

Die Bevölkerung in Gols gehörte in früheren Zeiten dem römisch-katholischen Glauben an. Das Gründungsjahr der Pfarre ist ebenso wie das Baujahr der katholischen Kirche unbekannt, da 1721 bei einem Brand der Kirche alle Aufzeichnungen vernichtet wurden. Wie aus einer alten Schrift hervorgeht, war für gottesdienstliche Verrichtungen schon sehr früh eine Kapelle vorhanden, die den rückwärtigen Teil der jetzigen Kirche bildet. Der Altar dieses Teiles ist aus solchen Quadersteinen errichtet worden, mit denen man üblicherweise im 13. und 14. Jahrhundert gebaut hatte. Wer den Zubau und den Turm errichten ließ, konnte noch nicht festgestellt werden. Da die Kirche stets bemüht war, mit der Religion auch die Kultur zu fördern, dürfte in Gols schon frühzeitig eine katholische Schule bestanden haben. Grund für eine solche Annahme ist die Beschreibung einer baufälligen Schule in der Kanonischen Visitation vom Jahre 1659. Wie auch im Übrigen westungarische Gebiete fasste die Lehre Luthers auch in Gols rasch Fuß. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts war Gols bereits rein protestantisch. Im Jahre 1583 kamen der erste evangelische Pfarrer und der erste evangelische Lehrer ins Dorf.  Von 1645 bis 1673 hatten die Protestanten die katholische Kirche in ihrem Besitz. Im Jahr 1730 zählte Gols 226 Katholiken und 1248 Protestanten, 15 obwohl der evangelische Pfarrer und der Lehrer vertrieben und der Glaube verboten war.  Trotz Militärgericht und Jesuiten konnten die Golser ihren evangelischen Glauben bewahren, da in Gols mehrere kleine adelige Grundherren waren, die nach Belieben schalten und walten konnten. Der Kaiser hatte kein Recht auf dieses Gebiet. Nachdem Josef II. im Jahre 1781 das Toleranzpatent erlassen hat, bauten die Golser Protestanten ihre erste Kirche und Schule. 1818 brach ein Großbrand aus, der diese Kirche und Schule wieder vernichtete, außerdem wurden noch zwei Drittel des Dorfes ein Raub der Flammen. Die Kirche und die Schule wurden wieder aufgebaut. 1888 wurde die Kirche mit einem 47 Meter hohen Turm versehen und das bestehende Schulgebäude erweitert. In der evangelischen Kirche befindet sich das einzige Altarbild des Burgenlandes aus der Donauschule. Dieses Altarbild ist gleichzeitig das älteste Altarbild in den evangelischen Kirchen des Burgenlandes. Beachtenswert ist auch die Rokoko – Kanzel, die aus dem Jahr 1735 stammt und somit älter ist als das Gotteshaus. 1975 wurden die wunderschönen Glasbildfenster der Mattersburger Künstlerin Hannelore Knittler-Gsellmann eingebaut, die so ihre erste große Arbeit mit diesen Materialien geschaffen hat.

Historisches:

Nord- und Nordostufer des Neusiedler Sees zählen zu den ältesten Siedlungsgebieten des Burgenlandes. Dies kann durch Funde aus der jüngeren Steinzeit, der Bronzezeit und der Hallstadtzeit bewiesen
werden. Aufgrund vieler Ausgrabungen wird angenommen, dass das nördliche Burgenland eine dichte römische Besiedlung aufwies. Es wurden Tongefäße und römische Münzen aus den Jahren 305 bis 311
gefunden. Wichtig für die Besiedlung unserer Gegend sind auch die Petschenegen oder Bissener. Sie hatten Ihre Urheimat im Steppenland der Wolga. Im 9. Jahrhundert zogen sie ins Donautal, den nach Westen vordringenden Magyaren nach. Als sie sich im 10. Jahrhundert mit diesen versöhnten, wurden sie von den ungarischen Königen an der Westgrenze des Reiches angesiedelt. Es ist daher anzunehmen, dass auch Gols eine Petschenegen- oder Bissener – Siedlung war. In den Jahren 1620  – 1630 wurden viele Orte des Heidebodens von protestantischen Siedlern aus dem süddeutschen Raum besiedelt.
Wahrscheinlich ließen sich auch solche in Gols nieder. Gols war im Laufe der Geschichte oft Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. 1529 überfluteten die Türken nach der Schlacht bei Mohacs (1526) auch diese Ortschaft. Das Dorf wurde geplündert und niedergebrannt. Die zerstörten Nachbargemeinden Michldorf, Vogeldorf, Mühldorf, Pahlendorf, Zechun, Katzendorf und Zitzmannsdorf wurden nicht wieder errichtet. Auch der zweite Türkensturm brach über Gols herein. Der Ort dürfte damals befestigt gewesen sein. Dies schließt man aus dem wuchtigen Turm der katholischen Kirche, den Spuren der Schießscharten, die man im inneren der Kirche erkennen kann und den Teilen der alten Wehrmauer, die heute noch die Kirche umgibt.
Nicht nur die Kriege allein dezimierten die Golser Bevölkerung. Der Ort wurde dreimal, in den Jahren 1831, 1836 und 1839 von der Cholera heimgesucht. Zwei Drittel der Bevölkerung fanden durch die
Seuche den Tod.

Bevölkerungsentwicklung:

Der erste Weltkrieg schlug der Bevölkerung ebenfalls arge Wunden. 110 Männer blieben auf dem Schlachtfeld. Im zweiten Weltkrieg wurde  Gols  Kriegsschauplatz. 234 Gefallene waren zu beklagen. Die nach
Westösterreich geflüchtete Zivilbevölkerung kehrte nach Kriegsschluss in ihren Heimatort zurück und stand förmlich vor dem Nichts.
Der Wiederaufbau in der Nachkriegszeit und der wirtschaftliche Aufschwung ließen jedoch aus Gols eine schöne Ortschaft werden. Im Jahre 1959 wurde den Gefallenen beider Weltkriege ein würdiges Denkmal errichtet.
Zu Pfingsten 1995 gab es große Überschwemmungen im „unteren Ort“ Richtung Mönchhof. Beim Volksfestgelände betrug der Wasserstand etwa 50 cm. Viele Keller wurden überschwemmt und die Feuerwehren aus vielen Orten aus der Umgebung halfen beim Auspumpen der Keller. Das führte dazu, dass der Gemeinderat Maßnahmen zum Hochwasserschutz überlegte.